Moderne Holzfassade von Holz Schröer an einem mehrstöckigen Wohngebäude mit horizontaler Holzverschalung und großen Fensterfronten.

Moderne Holzfassaden: langlebig, pflegeleicht – und richtig gut fürs Hausgefühl

Holzfassaden sind zurück – und zwar nicht als Nostalgie, sondern als moderne, klare Architektur mit echtem Mehrwert. Neben der Optik sprechen vor allem Haltbarkeit, einfache Montage (mit dem richtigen System) und der Schutz der Gebäudewände dafür. Und ja: Eine Holzfassade kann sehr pflegearm sein, wenn Holzart, Aufbau und konstruktiver Holzschutz zusammenpassen.

In diesem Beitrag zeigen wir bei Holz-Schröer, welche Vorteile eine Holzfassade bietet, welche Holzarten sich bewährt haben und worauf es bei der Montage einer hinterlüfteten Holzfassade ankommt.


Warum eine Holzfassade mehr kann als „nur schön“

Eine Holzfassade macht ein Gebäude individuell – aber der eigentliche Joker steckt oft in den praktischen Effekten:

  • Abheben von der Nachbarschaft: Voll- oder Teilverkleidung sorgt für eine eigenständige Optik.

  • Langlebigkeit & geringer Pflegeaufwand: Bei passender Holzart und fachgerechter Montage hält Holz erstaunlich lange.

  • Schutzfunktion: Fassadenholz schützt die Wand und lässt sich gut mit Dämmstoffen kombinieren.

  • Montagefreundlich: Moderne Systeme vereinfachen den Aufbau deutlich.

Und weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist und als CO₂-Speicher wirkt, ist es auch aus Umweltsicht ein starker Baustoff – vorausgesetzt, Herkunft und Verarbeitung stimmen. Genau deshalb achten wir bei Holz-Schröer auf verantwortungsvolle Lieferketten und vermeiden Holz aus zweifelhaften Quellen.


Mythos „Holzfassaden muss man jedes Jahr streichen“

Das hält sich hartnäckig – ist aber in dieser Pauschalität falsch. Holz muss gepflegt werden, klar. Aber: Mit geeigneter Holzart, sauberem Aufbau und sinnvoller Bewitterung kann selbst unbehandeltes Holz lange gut funktionieren – bei minimaler Pflege und guter Ausführung, ohne „baufällig oder vergammelt“ zu wirken.

Wichtig ist zu verstehen, warum das klappt: Wenn Holz verwittert, bildet es eine Patina, die das darunterliegende Holz schützt. Wer die Vergrauung nicht möchte, arbeitet mit Lasuren oder Farben – wie oft nachbehandelt werden muss, hängt vor allem von

  1. Qualität der Beschichtung, 2) Holzqualität und 3) Feuchtebelastung ab.

Wichtiger Hinweis: Wenn eine Fassadenseite dauerhaft stark nass bleibt (z. B. extrem wetterexponiert und mit wenig Abtrocknung), ist eine Holzfassade dort nicht immer die beste Wahl. Auch andere Fassaden brauchen dann Extra-Pflege – aber Holz verzeiht Dauerfeuchte weniger.


Welche Holzarten eignen sich für die Holzfassade?

Optik ist Geschmack – Performance ist Physik. Diese Holzarten haben sich im Fassadenbau besonders bewährt:

Nordische Fichte

Hell, gut zu bearbeiten, typisch mit Ästen und Harzgallen. Vergraut bei Bewitterung; für einen stabilen Farblook wird meist eine Behandlung (z. B. mit geeigneten Systemen) empfohlen.

Kanadische Douglasie (British Columbia)

Feinjährig, rötlich, geringe Neigung zu Rissen und Verzug. Nimmt nur langsam Wasser auf – das wirkt wie natürlicher Holzschutz. Kann ohne Anstrich eine graue Patina ausbilden.

Weißtanne

Sehr interessant auch in Zeiten des Klimawandels: robust, harzfrei, guter „Farbträger“. Vorsortiert und mit gebürsteter Sichtseite wirkt sie besonders hochwertig und eignet sich gut für Vergrauungslasuren.

Thermoholz (Thermo-Esche / Thermo-Kiefer)

Chemiefrei thermisch behandelt und damit eine gute Alternative zu Tropenholz. Kaum Verzug und Rissbildung, Anstrich oft nicht nötig, vergraut relativ schnell und gleichmäßig silbrig.


Montage-Tipps: So wird die Holzfassade wirklich langlebig

Eine Holzfassade ist kein Hexenwerk – aber sie verzeiht Schlamperei schlechter als man denkt. Entscheidend ist der Aufbau als hinterlüftete Bekleidung. Die Hinterlüftung muss an Zu- und Abluft sowie in Fenster- und Dachbereichen sichergestellt sein.

Unterkonstruktion & Konterlattung

  • Traglatten verlaufen 90° zu den Fassadenbrettern; jeder Kreuzungspunkt wird sauber verbunden.

  • Unterkonstruktion sollte trocken sein (Holzfeuchte max. 18 %), gängig sind Querschnitte wie 40×60 mm (je nach Aufbau).

  • Lattenabstand typischerweise 50–70 cm – und die Ebene muss wirklich plan sein (Unebenheiten rächen sich optisch sofort).

Konstruktiver Holzschutz: der unterschätzte Gamechanger

  • Ausreichend Abstand zum Boden (ca. 30 cm), damit Spritzwasser nicht ständig ansteht.

  • Keine „Wassersammeltaschen“: Bei horizontaler Montage mit Nut und Feder gehört die Feder nach oben.

  • Wenn Dämmung integriert wird: Nur geeignete Dämmstoffe für hinterlüftete Fassaden verwenden und mindestens 20 mm Hinterlüftung vorsehen; bauphysikalisch sauber planen (Feuchte- und Tauwasserverhalten).


Fassadensysteme: von puristisch bis klassisch

PURE Fassadensystem (minimalistisch, schwebende Optik)

Horizontale Rautenleisten, keine sichtbaren Schraubenköpfe – Befestigung über Metallklammern von hinten. Praktisch: Leisten, Unterkonstruktion und Klammern sind als System aufeinander abgestimmt.

Klassische Rautenleisten mit sichtbarer Verschraubung

Sinnvoll dort, wo beide Seiten sichtbar sind (z. B. Carports/Abtrennungen) oder wo verdeckte Befestigung konstruktiv nicht passt.

Weitere Profile (z. B. geschlossene Rautenprofile / überlappende Systeme)

Je nach Profil kann die Fassade noch besser gegen Feuchte geschützt sein oder besonders „geschlossen“ wirken.


Fazit: Holzfassade lohnt sich – wenn man’s richtig macht

Eine moderne Holzfassade ist Design und Funktion: sie schützt, wertet optisch auf und kann bei gutem Aufbau erstaunlich pflegeleicht sein. Der Schlüssel liegt in der passenden Holzart, einer hinterlüfteten Konstruktion und sauberem konstruktivem Holzschutz.

Holz-Schröer Tipp zum Schluss: Wer sich unsicher ist, sollte nicht „irgendein Brett“ kaufen, sondern das Gesamtsystem planen: Holzart + Profil + Befestigung + Unterkonstruktion + Feuchtesituation. Genau da sparen Sie langfristig Geld, Nerven und Nacharbeit.

Beratung vor Ort: Besuchen Sie unsere Holzausstellung in Dingden – wir zeigen Ihnen verschiedene Fassadenarten und helfen, das passende System für Ihr Vorhaben zu finden.