Im August und September sind die schwarz-gelben Insekten hierzulande besonders zahlreich und aktiv. Wir sagen Ihnen, was sie tun können.

Schon etwas Feines, so eine schmucke Holzterrasse oder der mit Holz ausgebaute Dachboden. Sie bringen uns die Natur nach Hause, sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Dieser Tage ist es mit der Gemütlichkeit indes schnell mal vorbei, wenn uns schwarz-gelbe Plagegeister heimsuchen: Die Monate August und September sind die Hochzeit der Wespen, von denen es hierzulande knapp 20 Arten gibt. Angriffslustig sind allerdings nur zwei von ihnen: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Experten raten, beim Anblick der Insekten die Ruhe zu bewahren. Das mag den meisten von uns am Kaffeetisch oder beim Grillen noch gelingen. Doch was tun, wenn Sie bei sich im oder am Haus ein Wespennest entdecken? Wir geben Ihnen Tipps und sagen Ihnen, wie Sie das Nest mit seinen womöglich bis zu 10 000 Tieren wieder loswerden. Eines vorweg: Es muss nicht immer die chemische Keule sein, es gibt auch eine umweltverträgliche Variante.

Wespen-Königinnen beginnen schon im April mit dem Nestbau, im Spätsommer sind die Populationen dann am größten. Oft bevorzugen Wespen geschützte Nistplätze in der Erde, doch auch dunkle Hohlräume unter Holzterrassen, in Rollladenkästen, im Holzschuppen oder auf Dachböden sind beliebte Orte. Verhindern kann man das kaum, wie Uwe Paletta, Imker aus Essen, betont. Und er rät: „Versuchen Sie nicht, ein Wespennest auf eigene Faust zu entfernen.“ Der Grund: Wespen reagieren auf Eindringlinge in Menschengestalt oft aggressiv und versuchen, ihre Heimstatt zu verteidigen. Sie spüren die menschliche Angst, können ihre Artgenossen sogar mit Geruchsstoffen alarmieren und den Angreifer damit markieren.

 

Ein Schädlingsbekämpfer zerstört das Nest und tötet die Wespen

Laut Uwe Paletta ist 2017 bisher zwar kein ausgesprochenes Wespenjahr, aber dieser Tage seien die Insekten doch vermehrt zu beobachten und zudem sehr angriffslustig. „Wir werden zurzeit täglich zu mehreren Nestern gerufen“, so der Imker, der seit 38 Jahren im Großraum Ruhrgebiet tätig ist (www.paletta.de)

Und was ist im Fall des Falles nun zu tun?

Erste Variante: Sie beauftragen einen Schädlingsbekämpfer. Wenn das Nest gut zugänglich ist, wird es zerstört und die Wespen werden getötet. Die Kosten belaufen sich in der Regel auf etwa 150 Euro. Kommt der gerufene Fachmann nur schwer ans Nest heran, wird’s teurer. Viele Schädlingsbekämpfer bieten gegen Aufpreis auch einen Notdienst an.

 

Wespennester können auch umgesiedelt werden

Die zweite und vielleicht weniger bekannte Möglichkeit: Sie lassen das Nest durch Umweltschutzorganisationen (zum Beispiel den BUND) oder durch erfahrene Imker wie Uwe Paletta umsiedeln. Dazu werden die Arbeiterinnen zunächst eingefangen, das Nest wird anschließend möglichst unversehrt geborgen und in speziellen Behältnissen abtransportiert. „Der neue Standort sollte mindestens zwei Kilometer entfernt liegen, damit die Wespen nicht zum alten Nistplatz zurückkehren“, sagt Paletta. Er und seine Kollegen siedeln die meisten Nester in Wälder abseits belebter Wanderwege um. Die Kosten hierfür belaufen sich selten auf mehr als 100 Euro.

Übrigens: Als Mieter können Sie die Entfernung eines Wespennestes von Ihrem Vermieter verlangen. Er muss auch die Kosten übernehmen.

 

Holz-Schröer - Wespenfraß an der HolzfassadeWespenfraß am Holz

Eine häufige Frage, die uns gestellt wird, ist: Warum fressen Wespen Holz – und schadet das meiner Holzterrasse oder Holzfassade?

Gerade in den Sommermonaten sieht man an der Wetterseite von Holzfassaden, Sichtschutzzäunen oder auch Gartenmöbeln vereinzelt Stellen, die angeknabbert wirken. Hier handelt es sich fast immer um Wespenfraß. Die Wespen brauchen diese abgelösten Holzfasern zum Bau Ihrer Papiernester. Doch auch wenn die angeknabberten Stellen auf den ersten Blick vielleicht störend wirken, verschwinden Sie im Laufe des Verwitterungsprozesses des Holzes auf ganz natürliche Weise wieder, so dass Ihre Holzfassade oder Holzterrasse dabei keinen Schaden nimmt. Grund hierfür ist, dass die Wespen nur die bereits abgelösten Holzfasern verwenden, so dass das darunterliegende Holz Ihrer Terrasse oder Fassade nicht beschädigt wird.

 

So unterscheiden sich Wespen und Bienen

Wespen und Bienen ähneln sich nur von Weitem. Bei näherem Hinsehen fällt auf: Der Bienenkörper ist rundlich und stark behaart, die Wespe ist deutlich schmaler (Stichwort Wespentaille) und hat kaum Haare. Zudem hat die Wespe anders als die Biene auffällige schwarz-gelbe Streifen. Während die Biene ihren Stachel nach einer Attacke verliert und stirbt, kann die Wespe mehrfach zustechen.

Fotos: SKatzenberger und Boris Pralovszky (shutterstock.com)

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